Fortbildung für für MitarbeiterInnen in Einrichtungen 2011
22. September 2011 | Von Johannes Trapp | Kategorie: AllgemeinesZum zweiten Mal hatte das Team der ARQUE zu einem Fortbildungstag für MitarbeiterInnen von Einrichtungen eingeladen.
Die individuellen Erfahrungen wurden mit eingebracht und Fragen zu ganz speziellen Problemen konnten gestellt werden.
Pflegekräfte, Ärzte, pädagogische Fachkräfte und verwandte Berufs-gruppen aus Kliniken, Sozial-pädiatrischen Zentren, Förderschulen, Spezialeinrichtungen und Pflegediensten aus dem Einzugsgebiet des Vereins waren gespannt auf die Vorträge und die praktische Vermittlung von Spezialwissen und Erfahrungen. Jede/r von ihnen begleitet und betreut in der jeweiligen Einrichtung Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit diesem komplexen Behinderungsbild. Die individuellen Erfahrungen wurden mit eingebracht und Fragen zu ganz speziellen Problemen konnten gestellt werden.
Frau Dr. Bredel-Geißler eröffnete mit dem ersten Vortrag
“Neurologische Grundlagen bei Spina bifida” den Vormittag. Grundlagenwissen wurde als Basis zum Verständnis der daraus folgenden Aus-wirkungen der Behinderung vermittelt.
Fragen waren jederzeit möglich, lockerten den Vortrag auf und wurden von den TeilnehmerInnen als sehr hilfreich empfunden. Neben sehr aussagekräftigen Bildern konnte auch ein Ventilsystem gezeigt und angefasst werden, das 80% der Menschen mit einer Spina bifida benötigen. Nach einer Kaffeepause und ausgiebigem Lüften des sehr schönen, hellen Raumes zeigte Frau Dr. Bredel-Geißler auf, wie Komplikationen zu erkennen sind, welche Untersuchungs-methoden notwenig sind, wie Vorbeugung und kontinuierliche Überwachung aussehen.
Sie verwies auch auf das Handbuch, das Standartwerk zum Thema Spina bifida für die Praxis.Dieses ist von Dr. Ermert, Mitgründer des Vereins und langjährigerKinder-und Jugendarzt mit dem Schwerpunkt Spina bifida, verfasst worden und wird auch weiterhin noch aktualisiert.
In diesem Handbuch stehen Informationen zu diesem komplexen Behinderungsbild und Anleitungen,wie auc
h ganz praktisch damit im Alltag umgegangen werden kann. Auszüge dieses Handbuchs und die Zusammenfassungen der Vorträge vom letzten und diesem Jahr sowie eine CD oben erwähnten Handbuches wurden in einem kleinen Praxishandbuch-Ordner zusammengestellt und jedem Teilnehmer mitgegeben.
Frau Christa Wollstädter, Kinderkrankenschwester und langjährige Mitarbeiterin der Spezialambulanz im Kinderneurologischen Zentrum in Mainz und Mitarbeiterin der ARQUE ging in ihrem Vortrag Management nach neurologischen Operationen ganz praxisnah auf pflegerische Besonderheiten und Auswirkungen dieser Operationen ein. Viele Erfahrungen aus der Praxis und Beiträge der TeilnehmerInnen aus den verschiedenen Einrichtungen wurden ausgetauscht und machten diesen Vortrag sehr lebendig. Auch hier wurde ganz schnell klar, wie eng die Bereiche doch zusammenhängen: nach neurologischen Operationen können sich z.B.
Blasen- und Darmentleerung verändern, die Sensibilität in bestimmten Körperbereichen kann sich verbessern oder verschlechtern, vorübergehend kann sich die Mobilität ändern und vieles mehr.
Danach war eine längere Mittagspause sehr angenehm. Neben Stärkung und Pause nutzen aber alle auch den Infostand der ARQUE als auch die vier Stände der Hilfsmittelfirmen mit einer Vielzahl von Produkten zum Thema Wundversorgung und Katheterismus , um sich zu informieren und die neuesten Materialien zu testen.
Frau Lioba Watzel, Krankenschwester in der Urotherapie der Uni Mainz, stellte am Nachmittag die Speziellen Hautprobleme und deren Ursache vor. Schwerpunkt war die Vermeidung von Verletzungen und das Thema Vorbeugung.
An Beispielen aus der Praxis wurden Verletzungen gezeigt und Lösungen aufgezeigt. Den TeilnehmerInnen wurde sehr
deutlich vermittelt „ Vorbeugen ist besser als lange leiden“, denn ein Dekubitus kann für Monate die Lebensqualität von Patient und Familie sehr stark einschränken.
Wie die spezielle Hautpflege und Wundbehandung für Patienten mit Spina bifida aussehen sollte, zeigte Frau Wollstädter in ihrem Vortrag auf. In einem ersten Teil erläuterte sie die allgemeine Hautpflege und Grundpflege im Alltag. Im zweiten Teil besprach sie die spezielle Wundbehandlung und zeigte verschiedene Methoden des Wundmanagements auf. Sehr aus-führlich wurden die Produkte zur Wundversorgung vorgestellt und erläutert. Hier beteiligten sich die TeilnehmerInnen sehr rege am Erfahrungsaustausch. An jedem Platz stand, wie schon im letzten Jahr eine Box mit Informationen zu den Themen und Materialien, die jetzt in der Runde während des Vortrags angepasst und ausprobiert werden konnte.
Mit einer Kaffee- und Abschlußrunde endete dieser Tag. Sowohl im Fragebogen als auch im Gespräch wurde der Wunsch
laut, auf jeden Fall im nächsten Jahr die Fortbildungsreihe fortzusetzen, wenn möglich sogar zweimal.
Kommentare der TeilnehmerInnen:
Interessante Veranstaltung! Danke sehr! ● Die Mischung heute hat mir gut gefallen, alles hatte Raum! ● Freue mich schon auf das nächste Mal. ● Vorträge waren sehr gut und verständlich erklärt. Es war sehr ausgeglichen. ● War ein super Tag, weiter so ! ● wunschlos glücklich! ● Vorträge sehr gut