Weitere Neuigkeigen zum Thema Beatmung

Über die Pläne der Bundesregierung für Menschen mit hohem Pflegebedarf und insbesondere mit Beatmung innerhalb des „Gesetzes zur Stärkung von Rehabilitation und intensivpflegerischer Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (RISG)” haben wir hier berichtet. In der Zwischenzeit hat sich eine breite Front gegen die Pläne entwickelt. Die Proteste haben auch zu Nacharbeiten am Vorhaben geführt, diese gehen der Selbsthilfe aber nicht weit genug, wie die BAG klarstellt:

BAG SELBSTHILFE lehnt Neufassung des RISG trotz verschiedener Nachbesserungen ab

Gesetzgeber will die Qualität der Intensivpflege verbessern und beschneidet aber zeitgleich nach wie vor das Selbstbestimmungs- und Wahlrecht für Menschen mit Behinderungen.

Düsseldorf, 18.12.2019. Der neue Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der intensivpflegerischen Versorgung und Rehabilitation in der GKV (IPReG) will Qualitätsmängel und Fehlversorgung im Bereich der Intensivpflege beseitigen und für bestimmte Personengruppen den Zugang zur Rehabilitation erleichtern. Die BAG SELBSTHILFE begrüßt die angestrebten Verbesserungen. Mit großer Empörung ist allerdings das Vorhaben abzulehnen, dass Menschen mit Behinderungen das Recht auf freie Bestimmung des Aufenthaltes für aus Kostengründen beschnitten werden soll.

„Es entscheiden nach wie vor die Kostenträger Krankenkassen ob der Verbleib des Menschen in der häuslichen Umgebung „angemessen“ ist. Solch eine Regelung wird oftmals unter Kostengesichtspunkten interpretiert. Die Kostenträger könnten dann faktisch bestimmen, wann ein behinderter Mensch in eine Pflegeeinrichtung gehen muss. Damit verletzt der vorliegende Entwurf die verfassungsrechtlich abgesicherten Maßgaben aus Art. 2 Abs. 2 und Art. 1 des Grundgesetzes sowie die Maßgaben der UN-Behindertenrechtskonvention“, empört sich Dr. Martin Danner, Bundegeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.

Eine weitere Formulierung des Gesetzes zielt darauf ab, ob ein Betroffener zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft „fähig“ ist. „Teilhabefähigkeit“ darf kein Kriterium sein, das darüber entscheidet, ob Leistungen bewilligt werden. Es ist nicht hinzunehmen, wenn das Argument der Qualität dazu genutzt wird, das Selbstbestbestimmungsrecht von behinderten und chronisch kranken Menschen zu beschneiden. Nur durch die Streichung der Regelung zur „Angemessenheit“ der Pflegeoption kann klargestellt werden, dass es hier wirklich um die Qualitätsverbesserung der Intensivpflege gehen soll. „Wir fordern den Gesetzgeber deshalb auf, für den Kabinettsentwurf die dringend notwendigen Nachbesserungen vorzunehmen“, so der Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.

Die umfassende Stellungnahme der BAG SELBSTHILFE zum Thema finden Sie hier auf den Seiten der BAG.

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